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Jurgensstraße 20Nederlands

Getränkeakademie

Weinwissen

Fortgeschritten · ca. 50 Min. · 25 Lektionen + Abschlusstest

Rebsorten, Terroir, Vinifikation, Sensorik und die Kunst des Food Pairing — auf Sommelier-Niveau.

Lektion 20 von 25 · 0 Quiz abgeschlossen

Weißwein, Rotwein und Rosé zur Verkostung · Themenbild

Food Pairing — Klassische Regeln und neue Wege

Food Pairing ist die Kunst, Wein und Speisen so zu kombinieren, dass beide sich gegenseitig ergänzen oder kontrastieren und ein harmonisches Gesamterlebnis schaffen. Es gibt wissenschaftlich fundierte Grundregeln, aber auch Raum für kreative Experimente.

Die 6 klassischen Grundregeln:

1. Säure zu Säure — Der Wein muss mindestens so sauer sein wie die Speise. Tomate + säurearmer Wein = Wein schmeckt flach und fade. Lösung: Chianti, Sangiovese, Barbera (hohe Säure) zu Tomatensauce. Sauvignon Blanc zu Ziegenkäse (Zitrussäure harmoniert mit Milchsäure).

2. Süße mildert Schärfe — Restsüße im Wein balanciert Capsaicin (Schärfe). Gewürztraminer Spätlese zu Thai-Curry. Riesling Kabinett/Spätlese zu Szechuan-Küche. Off-dry Vouvray zu scharfem indischem Essen. Trockener, tanninreicher Wein zu scharfem Essen = Katastrophe (Tannin und Capsaicin verstärken sich gegenseitig).

3. Tannin braucht Protein und Fett — Tannine binden an Speichelproteine (adstringierendes Mundgefühl). Protein und Fett aus der Speise binden die Tannine zuerst → der Wein wirkt weicher. Cabernet Sauvignon zu Ribeye-Steak = perfekte Symbiose. Barolo zu Brasato al Barolo (Schmorbraten). CAVE: Tanninreicher Wein zu Fisch = metallisch, bitter (Tannine reagieren mit ungesättigten Fettsäuren des Fischöls). Ausnahme: Tannarmer Rotwein (Pinot Noir, Gamay) zu fettem Fisch (Lachs, Thunfisch).

4. Gewicht zu Gewicht — Leichte Speise + leichter Wein, schwere Speise + schwerer Wein. Carpaccio + schwerer Barolo = der Wein erschlägt das Essen. Leichter Pinot Grigio + Schweinshaxe = der Wein geht unter. Die Intensität muss harmonieren.

5. Regional denken — Was zusammen wächst, passt zusammen. Muscadet + Meeresfrüchte aus der Bretagne. Chianti + Bistecca Fiorentina. Riesling + Sauerkraut. Albariño + Pulpo aus Galicien.

6. Süßwein ≥ Dessert — Der Wein muss mindestens so süß sein wie das Dessert, besser etwas süßer. Trockener Wein zu Schokoladenkuchen = sauer und bitter. Sauternes zu Foie Gras oder Crème Brûlée. Port (Vintage/Tawny) zu Schokolade, Blauschimmelkäse. Riesling TBA zu frischen Früchten oder Obsttartes.

Neue Wege: Molecular Pairing (identische Aromaverbindungen in Wein und Speise suchen — Rotundon in Syrah und schwarzem Pfeffer), Textural Pairing (Cremigkeit zu Cremigkeit), Umami-Pairing (Weine mit hohem Glutamat-Gehalt zu umami-reichen Speisen).

Quiz — Frage 1 von 3

0/0 richtig

Warum schmeckt tanninreicher Rotwein zu Fisch oft metallisch?