Goch · Mo–Sa 08:00–20:00 UhrHeute geschlossen
Jurgensstraße 20Nederlands

Getränkeakademie

Bierwissen

Fortgeschritten · ca. 120 Min. · 25 Lektionen + Abschlusstest

Vom Rohstoff bis ins Glas — Brauprozess, Bierstile, Sensorik, Food Pairing und regionale Besonderheiten auf Biersommelier-Niveau.

Lektion 5 von 25 · 0 Quiz abgeschlossen

Helles, bernsteinfarbenes und dunkles Bier im Glas · Themenbild

Deutsche Bierstile: Weizen, Alt, Kölsch

Die obergärigen Stars Deutschlands

Weizenbier / Weißbier ist Bayerns Nationalgetränk und besteht zu mindestens 50 % aus Weizenmalz (der Rest ist Gerstenmalz). Die besondere Weizenbierhefe produziert charakteristische Aromen: Isoamylacetat (Banane) und 4-Vinylguaiacol (Nelke). Je nach Gärtemperatur verschiebt sich das Verhältnis: Niedrigere Temperaturen fördern die Bananennote, höhere die Nelkennote. Es gibt zahlreiche Varianten: Hefeweizen ist naturtrüb und zeigt das volle Hefearoma. Kristallweizen ist filtriert und klar, mit weniger Hefearomen und einer eleganteren Erscheinung. Dunkles Weizen verwendet Röst- und Karamellmalze und vereint die typischen Hefearomen mit Karamell- und Schokoladennoten. Weizenbock ist die Starkbierversion (7–9 % Vol.) mit intensiver Komplexität, ideal als Winterbier. Beim Einschenken wird die Flasche langsam in das schräg gehaltene Glas gegossen, die Hefe am Schluss durch Schwenken aufgewirbelt und dazugegeben.

Altbier bedeutet „altes Bier“ im Sinne der „alten“, obergärigen Brauweise, die älter ist als die untergärige Lagertechnik. Es ist ein kupferfarbenes, malzig-herbes Bier mit 25–50 IBU und einem Alkoholgehalt von 4,5–5 %. Düsseldorf ist die Hochburg des Altbiers. Die vier legendären Hausbrauereien der Altstadt sind das Uerige (besonders herb und hopfig), das Füchschen (malziger, runder), Schumacher (ausgewogen) und Schlüssel (frisch und süffig). Jede dieser Brauereien serviert ihr Alt in eigenen 0,25-Liter-Gläsern und hat eine treue Fangemeinde. Daneben gibt es Niederrhein-Alt (Schlösser, Frankenheim, Hannen), das etwas milder ausfällt. Eine Besonderheit ist der Sticke-Alt oder Doppelsticke — eine saisonal gebraute, stärkere Version mit intensiverem Malz- und Hopfencharakter, die nur wenige Male im Jahr angeboten wird.

Kölsch ist das Bier Kölns und unterliegt der Kölsch-Konvention von 1986, die es als geschützte Herkunftsbezeichnung definiert: Nur in Köln und unmittelbarer Umgebung gebrautes, helles, hochvergorenes, hopfenbetontes Vollbier darf sich Kölsch nennen. Es wird obergärig vergoren, aber anschließend kalt nachgereift, was ihm eine für obergärige Biere ungewöhnliche Sauberkeit und Frische verleiht. Kölsch hat typischerweise 20–30 IBU und 4,4–5 % Vol. Es wird traditionell in kleinen 0,2-Liter-Stangen serviert, die der Köbes (Kölner Kellner) auf einem Kranz (rundes Tablett) trägt. In einem Kölner Brauhaus wird so lange nachgebracht, bis man den Bierdeckel aufs Glas legt. Bekannte Kölsch-Marken sind Früh, Gaffel, Reissdorf, Päffgen und Mühlen. Die Rivalität zwischen Kölsch und Altbier (Köln vs. Düsseldorf) ist eine der berühmtesten Bierrivalitäten Deutschlands.

Quiz — Frage 1 von 3

0/0 richtig

Welche Aromen sind typisch für Hefeweizen und woher kommen sie?