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Getränkeakademie

Bierwissen

Fortgeschritten · ca. 120 Min. · 25 Lektionen + Abschlusstest

Vom Rohstoff bis ins Glas — Brauprozess, Bierstile, Sensorik, Food Pairing und regionale Besonderheiten auf Biersommelier-Niveau.

Lektion 23 von 25 · 0 Quiz abgeschlossen

Helles, bernsteinfarbenes und dunkles Bier im Glas · Themenbild

Bierregionen: Franken, Bamberg, Oberpfalz

Deutschlands Bierherz — Oberfranken

Oberfranken hat die höchste Brauereidichte der Welt: Auf etwa 1 Million Einwohner kommen über 200 Brauereien. Das sind mehr Brauereien pro Kopf als irgendwo sonst auf dem Planeten. In manchen Dörfern hat fast jedes Gasthaus seine eigene kleine Brauerei („Kommunbrauerei“ oder Gasthausbrauerei). Diese Vielfalt ist einzigartig und wurde von der UNESCO als Immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Bamberg — Weltkulturerbe und Bierstadt

Bamberg ist das Mekka für Bierkenner. Die Stadt an der Regnitz hat nicht nur ein UNESCO-Welterbe-Altstadtensemble, sondern auch eine einzigartige Braukultur. Berühmtester Vertreter ist das Rauchbier — ein Bierstil, der weltweit fast nur hier überlebt hat.

Schlenkerla (Brauerei Heller-Trum) — Die berühmteste Rauchbierbrauerei der Welt. Das Aecht Schlenkerla Rauchbier Märzen wird mit über Buchenholzfeuer gedarrtem Rauchmalz gebraut, das dem Bier einen intensiven, speck- und schinkenartigen Rauchcharakter verleiht. Beim ersten Schluck sind viele überrascht, beim dritten meist überzeugt. Daneben braut Schlenkerla auch Rauchbier Weizen, Rauchbier Ur-Bock und saisonal einen Helles (das als einziges nicht geräuchert ist).

Brauerei Spezial — Die zweite Rauchbierbrauerei Bambergs, weniger bekannt, aber von Kennern ebenso geschätzt. Das Spezial Rauchbier ist subtiler im Rauch als Schlenkerla und wird von manchen als eleganter empfunden.

Weitere Bamberger Brauereien: Fässla (bekannt für Lagerbier und Zwergla), Keesmann, Mahr's Bräu (das Mahr's Ungespundete ist ein legendäres Kellerbier), Greifenklau, Klosterbrauerei St. Michael.

Fränkische Bierkultur

Kellerbier / Zwickelbier — In Franken die Norm, nicht die Ausnahme: Unfiltriert, naturtrüb, vollmundig, direkt vom Holzfass oder Lagertank. Viele fränkische Brauereien betreiben im Sommer Bierkeller — schattige Ausflugslokalitäten über den historischen Lagerkellern, wo das Bier frisch gezapft wird. Die Forchheimer Kellerwald-Saison und die Nürnberger Bergkirchweih sind Feste, die diese Tradition pflegen.

Kommunbrauereien — Gemeinschaftsbrauereien, die mehreren Bürgern oder einer Gemeinde gehören. Jeder Brauberechtigte darf das Sudhaus nutzen, um sein eigenes Bier zu brauen. In Neuhaus an der Pegnitz und anderen oberfränkischen Dörfern existieren diese Kommunbrauereien noch.

Oberpfalz und Niederbayern

Zoigl-Bier — Ein einzigartiges Bierphänomen der Oberpfalz: In Städten wie Windischeschenbach, Eslarn, Falkenberg, Mitterteich und Neuhaus brauen Bürger ihr Bier im gemeindeeigenen Kommunbrauhaus (Zoiglhaus). Wer gerade ausschenkt, hängt den Zoigl-Stern (ein sechszackiger Stern, der die sechs Grundstoffe Feuer, Wasser, Luft, Erde, Malz und Hopfen symbolisiert) über seine Haustür. Zoigl-Bier ist unfiltriert, unpasteurisiert und nur in den jeweiligen Zoigl-Stuben erhältlich.

Niederbayern und der Bayerische Wald — Etwas weniger berühmt als Oberfranken, aber mit vielen ausgezeichneten kleinen Brauereien. Arcobräu (Moos), Kuchlbauer (Abensberg, mit dem Hundertwasserturm) und Aldersbach sind bekannte Vertreter.

Quiz — Frage 1 von 3

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Was ist das Besondere an Oberfranken als Bierregion?