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Getränkeakademie

Whisky & Whiskey

Fortgeschritten · ca. 120 Min. · 25 Lektionen + Abschlusstest

Von Scotch Single Malt bis Bourbon, von Pot Still bis Fassreifung — Herstellung, Sensorik, Cocktails und Investition auf Experten-Niveau.

Lektion 10 von 25 · 0 Quiz abgeschlossen

Zwei Whisky-Verkostungsgläser mit unterschiedlichen Bernsteinfarben · Themenbild

Der Herstellungsprozess: Mälzen bis Destillation

Vom Korn zum Geist — Der komplette Weg

Die Whisky-Herstellung ist ein mehrstufiger Prozess, der traditionelles Handwerk mit moderner Technologie verbindet. Jeder Schritt beeinflusst das Endprodukt entscheidend. In dieser Lektion verfolgen wir den Weg von der rohen Gerste bis zum frischen Destillat.

Schritt 1: Mälzen (Malting)

Beim Mälzen wird Gerste in Wasser eingeweicht (Steeping, ca. 2-3 Tage), bis sie einen Feuchtigkeitsgehalt von etwa 45 % erreicht. Die nasse Gerste wird dann ausgebreitet und zum Keimen gebracht. Während der Keimung (4-7 Tage) bilden sich Enzyme (vor allem Alpha- und Beta-Amylase), die später Stärke in vergärbaren Zucker umwandeln. Die Keimung muss zum richtigen Zeitpunkt gestoppt werden — durch Darren (Trocknen mit heißer Luft). Wenn Torfrauch gewünscht ist, wird während des Darrens Torf verbrannt. Traditionell wurde auf Malting Floors (Mälzböden) gemälzt — heute nutzen die meisten Brennereien industrielle Mälzereien. Nur wenige Destillerien wie Laphroaig, Bowmore, Springbank und Highland Park mälzen noch einen Teil selbst.

Schritt 2: Schroten (Milling)

Das getrocknete Malz wird in einer Mühle zu Grist (Schrot) zerkleinert. Die ideale Zusammensetzung: Ca. 20 % Spelzen (Husks), 70 % Grieß (Grits) und 10 % Mehl (Flour). Die Spelzen dienen als natürlicher Filter im nächsten Schritt. Zu feines Schrot verstopft, zu grobes Schrot liefert schlechte Ausbeute.

Schritt 3: Maischen (Mashing)

Der Grist wird im Mash Tun (Maischbottich) mit heißem Wasser vermischt. Drei Aufgüsse mit steigender Temperatur: Erster Aufguss (ca. 64°C): Die Enzyme wandeln Stärke in Zucker um. Zweiter Aufguss (ca. 72°C): Weitere Extraktion. Dritter Aufguss (ca. 82°C): Letzter Auszug, wird als Vorwasser für den nächsten Batch verwendet. Die zuckerreiche Flüssigkeit heißt Wort (Würze) und enthält ca. 8-10 % Zucker.

Schritt 4: Gärung (Fermentation)

Die abgekühlte Würze wird in Washbacks (Gärbottiche) gepumpt. Diese sind traditionell aus Oregon-Kiefer oder Douglasie (Holz-Washbacks in traditionellen Brennereien) oder aus Edelstahl. Hefe wird zugesetzt und die Gärung läuft 48-72 Stunden (manche Brennereien bis zu 120 Stunden). Die Hefe wandelt Zucker in Alkohol und CO2 um. Das Ergebnis ist die Wash — im Grunde ein ungehopftes Bier mit ca. 7-9 % Vol. Alkohol. Längere Gärzeiten erzeugen fruchtigere, esterreichere Destillate.

Schritt 5: Destillation

Bei Single Malt Whisky wird in kupfernen Pot Stills destilliert. Meist zweifach: Wash Still (größer): Destilliert die Wash zu Low Wines mit ca. 20-25 % Vol. Spirit Still (kleiner): Destilliert die Low Wines. Der Stillman teilt das Destillat in drei Teile: Foreshots (Vorlauf — giftige Methanol-Verbindungen, wird verworfen), Heart/Middle Cut (Herzstück — das gewünschte Destillat, ca. 63-72 % Vol.) und Feints (Nachlauf — schwere, ölige Verbindungen, wird zum nächsten Durchgang recycelt). Die Entscheidung über den Cut Point — wann genau vom Vorlauf zum Herzstück und vom Herzstück zum Nachlauf gewechselt wird — ist eine der wichtigsten Qualitätsentscheidungen.

Quiz — Frage 1 von 3

0/0 richtig

Was ist der Zweck des Mälzens?