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Jurgensstraße 20Nederlands

Getränkeakademie

Schaumwein & Sekt

Fortgeschritten · ca. 80 Min. · 20 Lektionen + Abschlusstest

Von der Méthode Traditionnelle bis zum Pét-Nat — Herstellungsverfahren, Appellationen, Rebsorten, Dosage, Sensorik und Service auf Sommelier-Niveau.

Lektion 10 von 20 · 0 Quiz abgeschlossen

Zwei Gläser Schaumwein mit feiner Perlage · Themenbild

Franciacorta, Cap Classique und weitere Schaumweine der Welt

Méthode Traditionnelle rund um den Globus

Franciacorta DOCG (Lombardei, Italien) ist Italiens Antwort auf Champagner und wird ausschließlich nach der Méthode Traditionnelle (hier *Metodo Classico* genannt) hergestellt. Die Region liegt südlich des Iseosees in der Provinz Brescia. Die zugelassenen Rebsorten sind Chardonnay (dominierend), Pinot Noir (*Pinot Nero*) und Erbamat (eine autochthone Sorte, seit 2017 zugelassen, die hohe Säure bewahrt — eine strategische Antwort auf den Klimawandel). Die Mindestlagerzeiten sind strenger als in der Champagne: Non-Vintage mindestens 18 Monate auf der Hefe, Satèn (ein exklusiver, nur in Franciacorta existierender Stil mit reduziertem Druck von max. 5 bar, ausschließlich aus weißen Trauben — „Seide in Flüssigform") mindestens 24 Monate, Vintage mindestens 30 Monate, Riserva mindestens 60 Monate. Spitzenerzeuger: Ca' del Bosco (der „Dom Pérignon Italiens"), Bellavista, Berlucchi, Contadi Castaldi, Ferghettina, Cavalleri.

Cap Classique (Südafrika) ist die Bezeichnung für südafrikanische Schaumweine nach der Méthode Traditionnelle. Der Begriff wurde 1992 eingeführt, um die Weine von einfacheren Schaumweinen (*Méthode Cap Classique* = MCC) abzugrenzen. Die Wiege der südafrikanischen Sektproduktion ist Stellenbosch, aber auch die kühleren Regionen Robertson, Walker Bay und Elgin liefern herausragende Grundweine. Chardonnay und Pinot Noir dominieren, aber auch Chenin Blanc wird verwendet — eine südafrikanische Besonderheit. Die besten Cap Classiques lagern 36–72 Monate auf der Hefe und erreichen ein Qualitätsniveau, das bei internationalen Wettbewerben regelmäßig für Überraschungen sorgt. Spitzenerzeuger: Graham Beck (hat bei zwei Präsidenten-Inaugurationen in den USA als Toastwein gedient), Simonsig (Pionierkellerei, erster MCC 1971), Pongrácz, Villiera, Colmant (von einem belgischen Winzer gegründet).

English Sparkling Wine (England) hat in den letzten zwei Jahrzehnten eine bemerkenswerte Qualitätsrevolution erlebt. Die Kreideböden in Sussex, Kent und Hampshire sind geologisch mit der Champagne identisch (gleiche Kreideschicht, getrennt durch den Ärmelkanal). Der Klimawandel hat die Bedingungen in Südengland verbessert: Längere Vegetationsperioden und wärmere Sommer ermöglichen zuverlässigere Reife bei gleichzeitig hoher Säure. Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier — die Champagner-Triade — dominieren. Spitzenerzeuger: Nyetimber (hat in renommierten Blindverkostungen Champagner geschlagen), Wiston Estate, Ridgeview, Gusbourne, Hattingley Valley, Exton Park.

Méthode Traditionnelle in der Neuen Welt: In Kalifornien haben Champagnerhäuser selbst investiert: Moët & Chandon besitzt Domaine Chandon (Napa), Louis Roederer besitzt Roederer Estate (Anderson Valley), Taittinger besitzt Domaine Carneros, und Mumm besitzt Mumm Napa. Tasmanien (Australien) gilt als eine der vielversprechendsten Schaumweinregionen der Welt — das kühle Klima erzeugt Grundweine von champagnerähnlicher Finesse (House of Arras, Jansz, Pirie). In Neuseeland produzieren vor allem Marlborough und Central Otago hochwertige Méthode-Traditionnelle-Weine (No. 1 Family Estate, Quartz Reef). Brasilien (Serra Gaúcha) überrascht zunehmend mit Qualität (Cave Geisse, Miolo).

Trento DOC (Trentino, Italien) verdient besondere Erwähnung: Der *Metodo Classico* aus dem Trentino wird von Ferrari dominiert — das Haus produziert über 5 Millionen Flaschen Méthode Traditionnelle und hat bei internationalen Wettbewerben wiederholt als „Sparkling Wine Producer of the Year" triumphiert. Giulio Ferraris Perlé-Linie ist legendär.

Quiz — Frage 1 von 3

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Was ist 'Satèn' in der Franciacorta?